Urlaub in Rheinzabern II

Am 1.Advent ist immer Anneresl-Markt

Nachdem wir einige Wochen zuvor bereits in Rheinzabern waren und der Eröffnung von Christas Teddy-Ausstellung beiwohnten, begaben sich Christa und Dietmar zum 1.Advent 2001 wieder dorthin. Denn der 1.Advent ist in Rheinzabern kein Tag wie jeder Andere. Denn am 1.Adventswochenende ist jedes Jahr der berühmte Anneresl-Markt. Das ist ein ganz besonderer Weihnachtsmarkt. Was die beiden dabei alles erlebte, könne Sie hier nachlesen...
Aus Anlass der Bärenausstellung im Terra-Siggilata-Museum in Rheinzabern machten wir uns also erstmals am 8.November 2001 auf den Weg in den Südwesten Deutschlands. Neu war auch eine Reise mit dem bequemen Inter-City Express (ICE) unserer Deutschen Bahn.

Zahlreiche Kinder und Erwachsene freuten sich über den kuscheligen Bären am 1.Advent.
Zahlreiche Kinder und Erwachsene freuten sich über den kuscheligen Bären am 1.Advent.

Wir hatten eine sehr schöne Zeit in der Pfalz, die Bahnfahrt war angenehm und Roland holte uns vom Zug in Karlsruhe ab. Das Ehepaar Fischer, von der Bäckerei und Pension Fischer, erwartete uns schon wie gute alte Bekannte. Es war schön sie wieder zu sehen. Nach einer kleinen Ruhepause waren wir bei Peter und Roland eingeladen, wir wollten nach Straßburg im Elsass fahren. Leider regnete es Pausenlos! Aber bei schönem Wetter kann jeder fahren, bei Regen nicht und es wurde ein ganz besonderer Abend in Frankreich. Auch ein guter Bekannter, Manfred, war mit dabei. Peters Vater überließ uns sein Auto, es ist doch viel geräumiger für uns alle. Dem Fahrer wurde alles abverlangt, teilweise konnte man nur wenige Meter sehen, dazu spiegelten sich die Autolichter im Regen und auf der nassen Straße. In Straßburg angekommen, konnten wir das Auto günstig parken und gingen zu Fuß in die Innenstadt. Dort fährt in der Fußgänger Zone eine sehr interessante Straßenbahn. Es gibt sie noch nicht so lange, aber sie soll sehr günstig sein. Alles war weihnachtlich beleuchtet, wunderschön war die Stadt geschmückt. Besonders fiel uns die Weihnachtstanne auf, mit blauen Lichtern, großen glänzenden Kugeln und kleinen beleuchteten Häusern geschmückt.

In Straßburg sieht man sehr viele schön geschmückte Fachwerkhäuser.
In Straßburg sieht man sehr viele schön geschmückte Fachwerkhäuser.

Der Weg führt uns durch die Fußgänger Zone, wo noch wunderschön blühende Chrysanthemen in runden Körben die Laternen schmückten. Peter kaufte noch Baguette, Pastete und Käse fürs Abendbrot. Nicht weit davon befindet sich das Straßburger Münster, ein gotischer Bau aus dem 11.-15. Jh., an sein Fuße ein kleiner traditioneller Weihnachtsmarkt. Alles bei strömenden Regen, dann zeigte Peter uns kleine Gassen, mit vielen Fachwerkhäusern und diese waren wunderschön dekoriert. Mich beeindruckte vor allem ein Haus welches mit vielen Eisbären und weihnachtlich geschmückt war. Auch den Traditionellen Weihnachtsmarkt lernten wir kennen, es sind lang gezogene Reihen mit vielen weihnachtlichem Zubehör und Geschenk Ideen. Wir stärkten uns mit Glühwein und dann ging es schon wieder nach Hause. Auf der Rückfahrt konnten wir noch einen Blick auf den Tagungsort des Europäischen Parlaments und es Europarates werfen, beide waren hell erleuchtet. Das französische Abendbrot mit Wein, Käse, Pastete und Baguette war der gelungene Abschluss dieses Tages. Am Freitag hatten wir Zeit und fuhren mit dem Zug bis Wörth und der Straßenbahn bis ins Zentrum von Karlsruhe, dabei überquerten wir auch den Rhein. Mit der Straßenbahn fährt man von Wörth nur ca. 30 min. bis ins Stadtinnere. Wir stiegen am Marktplatz aus und sahen uns den dortigen Weihnachtsmarkt an, wir entdeckten auch ein Stand von der Käthe Wohlfahrt aus Rothenburg. Das Schloss von 1715 diente fast 200 Jahre als Residenz. Von einem zentralen Punkt, dem Schlossturm, strahlen 32 Radialalleen aus. An den nach Süden führenden Strahlen entwickelte sich fächerförmig die Stadt. Dieses Stadtplanerische Novum macht Karlsruhe heute noch in der ganzen Welt berühmt. Jetzt befindet sich im Schloss das

Ganz Straßburg ist weihnachtlich geschmückt.
Ganz Straßburg ist weihnachtlich geschmückt.

Badische Landesmuseum Karlsruhe. Wir bummelten durch die Fußgänger Zone, mit ihren interessanten Skulpturen und viel weihnachtlichem Flair. An der alten Hauptpost, jetzt eine Einkaufspassage machten wir Halt. Es ist ein wunderschönes altes Gebäude, wieder zum Leben erweckt. Danach ging es wieder nach Rheinzabern, denn Roland wartete mit dem Kaffee auf. Heute wurde auch der 10. Anneresl-Markt (in Rheinzabern wird Andreas "Anneresl" gesprochen) von 30.11.-2.12.2001 eröffnet, es ist ein sehr traditioneller Weihnachtsmarkt, der viele Menschen anlockt. Es war auch sehr interessant und die Besucher kamen in Scharen, zeitweilig konnte man nicht durch den Markt gehen, so voll war er. Es gab viele kulturelle Veranstaltungen und das Ambiente alte Kirche, Schule, Museum Pfarrgarten, Museumsplatz und Feuerwehrhaus waren ideal. Ab 16.00 Uhr war das Museum geöffnet. Es war schön, das Besucher kamen, Zeit für Führungen und nette Gespräche. Abends dann stärken im "Gasthaus zur Sonne", nicht weit vom Museum entfernt. Es herrscht dort Pfälzer Gemütlichkeit und die Wirtin nimmt sich Zeit für ein nettes Gespräch. Natürlich ist das Essen auch lecker!

10.Anneresl-Markt - Impressionen
10.Anneresl-Markt - Impressionen
Dann kam der Samstag, Dietmar und ich fuhren mit dem Zug nach Jockgrim, einem Nachbarort, den wir schon per Auto sahen und der uns Neugierig machte. Der alte Kern des Ortes besteht vor allem aus alten Fachwerkhäusern, wunderschön anzusehen. Leider regnete es auch am Samstag, aber es war mehr Nieselregen. Wir spazierten durch den Ort und fanden auch einen Antikladen mit kleinem Weihnachtsmarkt. Ich entdeckte dort einen kleinen Bären, der unbedingt mit nach Berlin wollte und ein kleines "Bärenbett" aus einer alten Zigarrenschachtel. Man kam ins Gespräch, natürlich kannte Herr Berthold Deutsch die Ausstellung und am Sonntag wollte er sie sich anschauen, ein Ehepaar, welches sich für alten Christbaumschmuck interessierte wollte sich anschließen. Sie machten ihr Versprechen wahr. Unser Zug fuhr schon bald und wir hatten nicht mehr viel Zeit, denn das Museum war schon ab 14.00 Uhr geöffnet. Einige der Teddyfreunde kannte ich schon von der Eröffnung meiner Ausstellung, es war schön sie wieder zu sehen und es wurde viel gefachsimpelt. Familie Stöffler und Familie Nikolaus freuten sich sehr mich wieder zusehen, genauso wie ich auch. Es ist schön bekannte Gesichter zu sehen und natürlich sich über Teddys auszutauschen! Frau Nikolaus hat sich bereit erklärt und wird am 9. November im Museum die Herstellung eines Teddybären zeigen, finde ich super und wünsche ihr viel Erfolg! Leider konnte Familie Naumann nicht dabei sein, aber sie riefen sogar aus dem Urlaub an, fand ich ganzlieb. Vereinsmitglieder und mein Mann übernahmen die Kassierung des Eintrittsgeldes. Der Strom der Besucher riss eigentlich nicht ab. Als Höhepunkt lief Herr Becker (im Auftrag von VIP Entertainment) verkleidet als Bär für unsere Ausstellung Reklame. Abends waren wir alle sehr euphorisch, denn die Besucherzahlen konnten sich sehen lassen. Zum Abendbrot gab es einen deftigen Eintopf, ganz lecker.
Der Sonntag kam und das Museum wurde schon um 11.00 Uhr geöffnet. Man kann es sich nicht vorstellen, wie viele Menschen an diesem Wochenende meine Bären sehen wollten, natürlich auch den Anneresl-Markt mit seinen weihnachtlichen und kulturellen Angeboten.

Straßburg bei Nacht.
Straßburg bei Nacht.

Es war einfach Traumhaft, alle waren so interessiert und stellten auch sehr viele Fragen, einige wollten etwas über ihre Bären wissen und....... Dazu kam noch ein Interview für SWR 4 mit Frau Cnägy die alles über meine Bären wissen wollte. Sie wollte mir eine Kopie des Berichts zusenden (ist inzwischen angekommen). Mein erstes Radio Interview, auch Peter hat einige Worte zum Museum unserer Kontaktaufnahme berichtet. Inzwischen wurde der Bericht am Donnerstag, den 6. Dezember über SWR 4 um die Mittagszeit ausgestrahlt. Dann kam Familie Moritz mit vielem Bären zum Schauen und Bestimmen, das gleiche bei Familie Müller, die gleich zweimal vertreten war und Familie Gödeke. Es ist auch für mich schön, wenn ich andere Bären kennen lernen kann und wenn es mir gelingt etwas mehr über die Bären auszusagen. Ich war in dieser Hinsicht ziemlich erfolgreich. Es hat mir so viel Spaß gemacht und auch viele Führungen durch meine Ausstellung wurden gewünscht. Um 14.00 Uhr war eine spezielle Führung für Kinder angekündigt und es war sehr schön, das viele Kinder mit ihren Eltern kamen. Als ich erzählte, das ein Teddy schon 80 Jahre alt ist, meldete sich ein kleines Mädchen und erzählte, das ihre Oma so alt ist. Ich gab ihr den Vorschlag mit auf den Weg, doch mal die Oma zu fragen, womit diese als Kind gespielt hat und sich überhaupt etwas aus ihrer Kindheit erzählen zu lassen, denn heute haben die Kinder oftmals einfach zu viele Spielsachen.

Ein seltenes Bleckschild zeigt den Besuchern den Weg in die Ausstellung.
Ein seltenes Bleckschild zeigt den Besuchern den Weg in die Ausstellung.

Frau Gruber vom Gewerbekreis Rheinzabern hatte mir noch eine Tasche, Kalender und Wegeplan von Rheinzabern überreicht, eine nette Überraschung. Vielen Dank. Aber es gab noch eine, denn am Samstag hatte ich mein Kaffe vermisst, nun wurde ich sehr lieb überrascht, denn in der Schatzkammer (Blech) wurde ein Tisch gestellt und so konnten wir, wenn auch nur für kurze Zeit ausruhen und Kaffeetrinken. Es war eine tolle Runde und ich denke gerne daran zurück. Auch der Ortsbürgermeister Herr Beil und seine Frau kamen noch einmal ins Museum und es war eine herzliche Begrüßung von beiden Seiten. Nach dem es über 975 Besucher waren, gab es eine kleine Pause die Peter nutze, um Frau Gruber zu bitte eine Durchsage zu machen. Das Museum erwarte seinen 1000. Besucher. Dann ging der Ansturm los und es dauert nicht mehr lange und Frau Berta Kaufmann wurde als Jubiläumsbesucher gefeiert. Aber hörte es nicht auf, sogar die junge Familie Fischer kam noch am späten Abend ins Museum. Meine letzte Führung machte ich um 21.00 Uhr, das war ich schon etwas heiser. Es war überwältigend und kaum mit Worten zu beschreiben. Ja, 1021 Besucher, ich konnte es einfach nicht fassen! Aber es war ein Traum der in Erfüllung ging, ich wurde von einer Welle der Sympathie getragen, sehr angenehm!!!! Aber es war auch ein gute Timing, der Anneresel Markt und meine Anwesenheit, dazu Bären im Winter! Das zusammen brachte es und natürlich auch das Engagement der Museums Mitarbeiter, ohne sie wäre das alles nicht möglich! Abends waren wir alle geschafft aber auch euphorisch, denn mit diesem Ergebnis hat niemand gerechnet.

Das Straßburger Münster.
Das Straßburger Münster.

Erst als wir in der "Gaststätte zu Sonne" einkehrten, merkten wir wie kaputt wir alle waren. Trotzdem lernten wir noch etwas pfälzerisch, verwischt, verzählt, Gelbfüßler (badische Soldaten mit gelben Stulpen) Eiertreppler (Eiertreter - der Korb war zu klein und damit alle Eier hinein passten traten die badischen Soldaten die Eier kaputt und das Eigelb blieb auf den Stiefeln hängen) das sind zwei Möglichkeiten einen Gelbfüßler zu beschreiben. Aber es hat uns so gut gefallen, das wir sicherlich im März noch einmal in die Pfalz fahren werden. Bei uns hat es geregnet, aber es war warm, um die 12°C. Am Montag ging es mit dem Zug wieder zurück nach Berlin, nachdem uns Roland wieder mit dem Auto nach Karlsruhe gebracht hatte. In Berlin war es sehr kalt und der Alltag hatte uns schnell wieder eingeholt. Wir denken gerne an das schöne Adventswochenende zurück.

Besucher in der Ausstellung.
Besucher in der Ausstellung.







Original von www.juber.de